Gleich gegessen, aber doch war etwas anders

Sonntagabend, zehn Tupperwaren im Kühlschrank.

Reis, Poulet, Broccoli.

Am Mittwoch schaust du's an und magst nicht mehr.

Am Donnerstag isst du gar nichts bis um vier.

Und da liegt das Problem.

Mealprep ist bei den meisten ein Alles-oder-nichts-Projekt.

Und wenn das Alles kippt, bleibt das Nichts.

Dein Körper interessiert sich nicht für dein System.

Er interessiert sich nur für die Lücke.

Fällt der Blutzucker und kommt nichts nach, schaltet er auf Notstrom.

Dann baut dein Körper Muskelprotein ab, um daraus Glukose zu machen.

Gleichzeitig schwemmen freie Fettsäuren ins Blut und bremsen die
Glukoseverbrennung in der Zelle.

Das ist der Punkt, an dem Ray Peat immer wieder ansetzt: Energie aus
Zucker ist sauber, Energie aus Stress ist teuer.

Du merkst es als Reizbarkeit, kalte Hände, Heisshunger am Abend.

Interessant ist, dass nicht die Menge entscheidet, sondern die
Regelmässigkeit.

Farshchi und Kollegen liessen neun gesunde Frauen zwei Wochen lang
regelmässig essen und zwei Wochen lang unregelmässig, bei gleicher
Ernährung.

Nur das Muster war anders.

Und jetzt kommt der Teil, der hängen bleibt.

Über die Woche gerechnet assen die Frauen in beiden Phasen
exakt gleich viele Mahlzeiten.

Gleiches Essen, gleiche Menge, gleiche Anzahl.

Nur die Verteilung war chaotisch.

Vierzehn Tage reichten, damit sich die Werte messbar verschlechterten.

Die unregelmässige Phase verschlechterte die Insulinsensitivität und
erhöhte die Nüchtern-Cholesterinwerte.

In der Parallelstudie sank zusätzlich der thermische Effekt der Nahrung.

Heisst: der Körper verbrannte nach dem Essen weniger.

Gleiches Essen, chaotischer Rhythmus, schlechterer Stoffwechsel.

Die gute Nachricht ist, dass du dafür kein Sonntagsritual brauchst.

Du brauchst Mini-Basics, die die Lücke schliessen.

Vier Dinge, keine Planung.

Such dir ein oder zwei aus, nicht alle.

Und setz einen Fixpunkt: eine Mahlzeit, die jeden Tag ungefähr zur gleichen Zeit kommt.

Meistens ist das dein Frühstück, weil dein Cortisol morgens ohnehin am höchsten ist.

Ein bisschen Protein und ein bisschen Zucker senken es zuverlässiger als jede Atemübung.

Der Rest des Tages darf improvisiert bleiben.

Die Betonung liegt hier auf darf.

Regelmässigkeit ist kein Perfektionsprojekt.

Sie ist die Zusage an deinen Körper, dass nachher wieder etwas kommt.

Das reicht, damit er aus dem Notstrom aussteigt.

Und dann brauchst du keine zehn Dosen mehr.

Liebe Grüsse

Dein Raw Animal Team

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